Kenny Louie from Vancouver, Canada [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Schirmquallen sind eine Tierklasse im Stamm der Nesseltieren. Zu ihren Verwandten gehören unter anderem Korallen und Seeanemonen. Die treibenden oder selbst schwimmenden Medusen sind dabei nur eine von zwei Entwicklungsstufen dieser Tiere. Die Medusen selbst leben nur wenige Wochen bis Monate.

Einfache Bauweise

Der Körper einer Qualle besteht zu 98% aus Wasser. Die Mesoglea, eine gallertartige Substanz, hält den Schirm in Form.  Quallen haben keine Atmunsgorgane und keinen speziellen Verdauungsapparat, sondern nehmen Sauerstoff aus dem Wasser und Nährstoffe aus der Nahrung direkt über die Haut des Schirms, bzw. des Magens auf. Anstatt eines zentralen Nervenssystems mit Gehirn haben sie eine Netz aus Nervenzellen. In Vertiefungen am Schirmrand sitzen kleine lichtempfindlichen Zellen, die Ocelli, und Statozysten genannte Gleichgewichtsorgane.

Wer ganz nah rangeht, kann die Organe der Qualle erkennen. Der Ocellus ist als kleiner, dunkler Punkt zu erkennen. An den Tentakeln hängen winzige Plankton-Tiere.

By Whidou [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Fortpflanzung in zwei Schritten

Die Erscheinungsform der Quallen mit Schirm und Tentakel wird Medusenform genannt. Die Medusen vollziehen die  geschlechtliche Fortpflanzung. Ihre erste Lebensphase verbringen Quallen als festsitzende Polypen, ähnlich wie Korallen. Deswegen leben die meisten Quallenarten in Küstengewässern. Die Polypen vermehren sich ungeschlechtlich.


basierend auf Reproductive cycle of jellyfish.jpg von Zina Deretsky, National Science Foundation [Public domain], via Wikimedia Commons

Japanische Seebrennessel-Qualle (Chrysaora pacifica)


Kenny Louie from Vancouver, Canada [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Die Japansiche Seebrennessel-Qualle gehört zur Ordnung der Fahnenquallen (Semaeostomeae). Die Ränder ihres Mundrohres sind zu vier langen, fahnenartigen Anhängen ausgezogen. An den langen Tentakeln sitzen die Nesselzellen. Das Brennen ihres Nesselgifts geben der Qualle ihren Namen.

Betäubungspfeil

Die Nesselzellen injezieren bei Berührung ein Gift, um Beutetiere zu lähmen. Wenn die Sinnesgeißel eine Berührung registriert, baut sich durch eine chemische Reaktion sekundenbruchteilen ein Druck in der Zelle auf, der die Nesselkapsel zum explodieren bringt. Der Nesselschlauch schießt heraus und bleibt mit seinen Widerhaken in der Haut des Beutetieres stecken.

By Sansculotte (Own work) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Welche Quallen sind gefährlich?

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Correct! Wrong!

Das Nesselgift der Schirmquallen in europäischen Gewässern ist für Menschen in der Regel ungefährlich, verursacht bei manchen Arten wie der Gelben Haarqualle (Cyanea capillata) oder der Kompassqualle (Chrysaora hysoscella) aber schmerzhafte Hautreizungen. Bei entsprechend empfindlichen Menschen kann das Gift allerdings schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Die häufigste Quallenart an Nord- und Ostsee ist die Ohrenqualle (Aurelia aurita). Ihre Nesselzellen können die menschliche Haut nicht einmal durchdringen.