Über und unter dem Sand

By Jim E Maragos, U.S. Fish and Wildlife Service [Public domain], via Wikimedia Commons

Im Riff sind nicht nur die Felsen und die Korallenstöcke Heimat für Fische. Vor allem Arten aus den Familien der Lippfische (Labirdae) und der Grundeln (Gobiidae), aber auch verschiedene Wirbellose nutzen die freien Sandflächen zwischen den Korallen als Jagdrevier oder Versteck.

Single-Outfit

Harlekin-Lippfische gehören zur Verwandtschaft der Schweinslippfische. Anders als bei den Junker-Lippfischen gibt es bei ihm keinen Geschlechtsdimorphismus, Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Das könnte mit seiner einzelgängerischen Lebensweise zusammenhängen. Wer keinen Harem verteidigen muss, muss andere Männchen nicht auf den ersten Blick von den Weibchen unterscheiden können.

Harlekin-Lippfisch (Choerodon fasciatus)

Der Harlekin-Lippfische ernähren sich von kleinen Krebsen,Muscheln und Seeigeln. Er findet seine Nahrung, indem er Steine mit seinen kräftigen Kiefern anhebt. Die Schalen seiner Beute knackt er mit seinen vorstehenden Zähnen, die wie eine Zange ineinander greifen.

von Leonard Low aus Australia (Flickr) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Partnerarbeit

Bäumchen-Lippfisch (Novaculichthys taeniourus)

Bäumchen-Lippfische leben als Paare und jagen gemeinsam Weichtiere am Meeresboden. Der eine Partner schiebt Steine und Sand beiseite, sodass der anderer das Beutetier schnappen kann. Wenn sie selbst vor einem Räuber fliehen müssen, graben sie sich in den Sand ein.

By Brian Gratwicke (Rockmover Wrasse Novaculichthys taeniourus) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Höhlenbauer

Maiden-Schläfergrundeln graben Höhlen in den Sandbonde, in denen sie paarweise leben. Sie ernähren sich von Kleinkrebens, die im Boden leben. Dazu nehmen sie Sand auf und filtern ihn durch ihre Kiemen. Die Krebse bleiben hängen, der Sand fällt aus den Kiemendeckeln wieder heraus.

By Open Cage [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Türsteher

Wächtergrundeln bauen ihre Höhlen nicht selbst, sondern ziehen in den Höhlen von Pistolenkrebsen ein. Während der Krebs gräbt, bewacht die Grundel den Eingang. Bevor er Sand vor die Höhle schafft, berührt er die Grundel mit seinen Antennen. Wenn ein Feind in der Nähe ist, gibt die Grundel ein Signal und beide verschwinden.

Rußbauch-Wächtergrundel (Amblyeleotris guttata)

By BS Thurner Hof [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Common

Pistolenkrebs (Alpheus bellulus)

Der Pistolenkrebs hat seinen Namen daher, dass er mit seinen Scheren ein Knallgeräusch erzeugen kann. Beim ruckartigen schließen der Scheren entsteht eine Blase, die sofort wieder zusammenfällt. Die Druckwelle, die dabei ensteht, ist als lauter Knall zu hören. Dabei kann der Krebs selber den Knall gar nicht hören, doch der Wasserdruck kann Feinde und Beutiere betäuben. Die Krebse nutzen ihn aber auch zur gegenseitigen Verständigung.

By User:Haplochromis [CC-BY-SA-3.0], from Wikimedia Commons

Sandesser

Seewalzen (Holothuroidea) gehören zum Stamm der Stachelhäuter. Ihre nächsten Verwandten sind Seesterne und Seeigel. Sie leben einzeln oder in Gruppen auf dem Meeresboden. Ähnlich wie Regenwürmer an Land nehmen Seegurken Sand vom Boden auf, verdauen die darin enthaltenen organsichen Stoffe und Kleinstlebewesen und scheiden den Sand dann wieder aus.

Weißgefleckte Seegurke (Holothuria leucospilota)

Die Weißgefleckte Seegurke sucht gezielt nach Nahrung. An ihrem Mund befindet sich ein Kranz aus Tentakeln, mit der sie den Boden abtastet.

von Philippe Bourjon (Don de l’auteur) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wie verteidigen sich manche Seegurken gegen ihre Feinde?

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Einige Seegurken verfügen über feine, klebrige Fäden, die Cuvierschen Schläuche. Wahrscheinlich haben diese sich aus Kiemen entwickelt. Die Seegurken schleudern sie Fäden einem Angreifer entgegen, um ihn zu verwirren. Bei Manchen Arten kann der Klebstoff auch Gifte enthalten. Außerdem können sie teile ihres Darms auswerfen, um einen Feind abzulenken. Die inneren Organe wachsen später nach.


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